Geologische Einheiten & Eruptionszentren

Die Gemeinde Casamicciola Terme wird größtenteils von Rutschungsablagerungen des grünen Epomeo-Tuffs bedeckt. Südwestlich des Rotaros ist die Colle Jetto-Formation aufgeschlossen. Diese besteht aus hellen feinkörnigen Siltsteine (Vezzoli, 1988).

Im Hinterland sehen Sie zahlreiche tiefeingeschnittene Täler. Diese folgen dem natürlichen Verlauf der Bruchlinien und wurden im Laufe der Zeit besonders durch Wasser geformt.

Vom Hafen in Casamicciola blicken Sie auf den kegelförmigen Vulkan Rotaro. Der Rotaro hat eine komplizierte Entstehungsgeschichte mit mehreren Eruptionsphasen und mehreren Kraterverlegungen in nördliche Richtung. Insgesamt gibt es drei Ausbruchszentren. Der Rotaro I (Fondo d’Oglio) ist ein typischer Schlackenkegel, der vor ca. 700 Jahren v. Chr. entstand, und neben bimsreichen Asche-Ablagerungen auch alkalitrachytische Lavaströme förderte. Nach der vulkanischen Aktivität verlagerte sich das Ausbruchszentrum in nordwestliche Richtung und bildete vor ca. 200 Jahren n. Chr. eine mächtige Staukuppe aus alkalitrachytischen Gesteinen: Rotaro II. Nach erneutem Magma-Aufstieg suchte sich dieses einen anderen Austrittsort und eruptierte nordwestlich der Ursprungsstelle: Der Rotaro III ist geboren, ca. 300 Jahre n. Chr. Der Vulkan förderte neben pyroklastischen Material auch Schlacken und heiße Lavafetzen, die sich als Agglutinate verschmolzen. Ebenso brachte er einen mächtigen Lavastrom hervor, der in nördliche Richtung bis zum Meer geflossen ist und heute die Punta la Scrofa darstellt (Pichler, 1970).

An der Südwest-Flanke des Rotaro, nicht weit von der breiten Zufahrtsstraße, gibt es ein Fumarolenfeld. Diese heißen aufsteigenden Gase (H2O(g), CO2) geben heute Hinweis auf eine aktive Magmakammer, die sich in ca. 2,5 km Tiefe unter Ischia befindet.

Am Monte Cito treten heiße Gase (H2O(g), CO2) aus. Das Fumarolenfeld ist schon von weiten sichtbar, durch seine weißen bis hellroten tonigen Ablagerungen. Die Färbung entsteht durch die Alteration der Gesteinsschichten.

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